Linux im Alltag
Als ich nach der Schule angefangen habe in der Rechenanlage des Mechanikzentrums der TU Braunschweig zu arbeiten, kam ich zum ersten Mal mit Unix (genauer Ultrix) in Kontakt. Ein paar Jahre später kam dann Linux auf – und fand auch den Weg auf einige Rechner des Instituts sowie auch meinen privaten PC. Da für Computerspiele noch ein Windows benötigt wurde in einer Dual-Boot Variante mit LILO.
Nachdem ich den Wechsel aus dem akademischen Umfeld in die freie Wirtschaft vollzogen hatte, trat Linux erst mal wieder in den Hintergrund. Windows war angesagt – und ich war durchaus auch nicht unzufrieden.
Da nun die Firma Microsoft immer stärker auf Cloud-Dienste setzt, der Microsoft-Account quasi verpflichtend ist und seit der Einführung von Windows 11 auch die Anforderungen an die Hardware gestiegen sind, trat wieder Linux in die nähere Auswahl.
Der neue Rechner (also der den ich mir vor 3 Jahren zugelegt habe) wurde also zur Versuchsplattform auserkoren. PROXMOX PVE installiert und dann eine virtuelle Maschine mit einem Ubuntu 22.04 LTS. Die Grafikkarte wurde mittels PCIe Passthrough durchgereicht – und funktionierte auf Anhieb (Anmerkung: glücklicher Zufall).
Zunächst ist natürlich erst mal alles anders. Aber man gewöhnt sich dran. Firefox und Chrome laufen auch unter Linux. Damit sind alle Web-basierten Dienste schon mal grundsätzlich kein Problem. Viele Softwareprodukte – insbesondere für Entwickler – gibt es auch unter Linux. Z.B. Eclipse, Android Studio, Blender, Visual Studio Code. Email läuft über Thunderbird (also eigentlich) und es gibt auch Office Lösungen, wie z.B. Libre Office.
Soweit so gut. An die kleinen Unterschiede gewöhnt man sich mehr oder weniger. Im Bereich der Office-Software muss man aber schon klar sagen, dass das gefühlte Handling von Libre Office im Gegensatz zu MS Office mal positiv ausgedrückt „gewöhnungsbedürftig“ ist.
Was sind die Fallstricke
Das aus meiner Sicht größte Problem ist eine leider zu stark schwankende Qualität der Software in Kombination mit einem nicht so ganz kontrollierbaren Update-Mechanismus. D.h. wenn man Pech hat, bekommt man durch ein Update mal schnell eine Version die massive Fehler in zentraler Funktion haben kann.
Z.B. hatte ich mal das Problem, das nach einen Kernel-Update das HDMI-Audio der Grafikkarte nicht mehr funktionierte. Ein Update von Ubuntu 22.04 auf 24.04 war aber leider noch desaströser – hier fehlen dann zunächst einmal einige Anwendungen die ich nachträglich installiert habe. Ein Clipboard-Manager ist schlicht nicht mehr auffindbar. Einige Programme mussten nachinstalliert werden. Viel schlimmer ist jedoch der Umstand, das eine neue Version von Thunderbird installiert wurde. Leider hat diese Probleme beim Anmelden beim Yahoo IMAP Server – es geht schlicht nicht. Und natürlich ist das letzte Backup eben doch ein paar Monate alt – selbst schuld kann ich mir nur sagen ;).
